Nie wieder…

Tags

, ,

Nachdem ich durch meine Prüfung gefallen bin, hatte ich ein Gespräch mit meiner Seminarleiterin, die mit mir geklärt hat, wie es nun weitergeht. Es ist nicht so, dass sie den Job erst seit kurzem macht… Eine meiner Fragen in diesem Gespräch war, ob ich jemals wieder an einer Schule unterrichten könne, wenn ich endgültig durchfalle (ich hoffe inständig, dass das nicht passiert).

Die Antwort kam prompt: “Dann können Sie nie wieder an einer staatlichen Schule unterrichten.”

Um in Erfahrung zu bringen, wie es mit einem Studienseminarwechsel aussieht, rief ich heute in der Landesschulbehörde an (das im eigenen Seminar zu tun, erschien mir abwegig…). Da ich da schonmal jemanden am Telefon hatte, fragte ich gleich auch, wie es denn aussieht, wenn ich endgültig durchfalle (ich erzählte auch, was meine Seminarleiterin mir gesagt hatte…). Und da hörte sich das ganz anders an: Es ist durchaus möglich, nach nicht bestandener Prüfung als Vertretungslehrkraft zu arbeiten. Allerdings haben diejenigen, die die Prüfung bestanden haben, Vorrang bei der Einstellung. Es ist also relativ unwahrscheinlich, dass das von Erfolg gekrönt wäre. Aber im Großen und Ganzen stellt sich die Sachlage doch so schon ganz anders dar…

Keine Angst…

Tags

, , ,

Heute hatte ich, nach langer Zeit (so viele Feiertage…), endlich mal wieder Unterricht in meiner Lieblingsklasse (das wissen sie natürlich nicht und das werde ich ihnen auch erst sagen, wenn ich sie nicht mehr unterrichte…). Nachdem ich hin und her überlegt habe, welche Lerngruppen ich für meinen zweiten Anlauf wähle, fiel meine Wahl auf meine eigene Klasse (die nach den Sommerferien von jemand anderem unterrichtet wird). (O-Ton einer ehemaligen Referendarin aus unserem Seminar: “Wir müssen uns da gar nichts vormachen: Du brauchst eine Lerngruppe, die dich da durchträgt.”)
Die Reaktionen auf meine Eröffnung waren zunächst mal gemischt. Von erschrockenem Lufteinziehen bis hin zu lauten Lachern. Einige ließen sich sogar zu einem spaßigen “Wenn Sie unbedingt durchfallen wollen…” hinreißen.

Tja, ich muss wohl einigermaßen blass ausgesehen haben, denn nach der Stunde kamen einige SchülerInnen auf mich zu und es kam zu folgendem Dialog:

Schülerin: “Frau Ella, ist das Ihre erste oder Ihre zweite Prüfung?”
Frau Ella: “Meine zweite.”
Schülerin: “Ach, dann machen Sie sich mal keine Sorgen. Mit uns ist noch niemand durchgefallen.”

Meine Lieblingsklasse ist übrigens im achten Jahrgang…

Es geht weiter

Tags

, , , ,

Nachdem ich mich zuerst komplett verweigert habe, die Prüfung zu wiederholen, werde ich es nun doch tun. (Was mir schon bei meiner Prüfung auffiel: Als ich anmerkte, dass ich nicht bereit bin zu wiederholen, haben meine Prüfer merklich erschrocken die Luft eingezogen. – Paranoia?) Allein schon, um mich niemals fragen zu müssen: Was wäre gewesen, wenn. (Und um alle um mich herum zu beruhigen, denen die Wiederholung irgendwie viel wichtiger ist als mir.) Hier ist es nämlich so, dass ich entweder sofort wiederhole oder nie mehr. Wie sieht das denn in anderen Bundesländern aus?

Nichtsdestotrotz strecke ich meine Fühler nach einigen Seiten aus, denn egal, wie die Wiederholung ausgeht (ich sehe da noch kein gutes Ende): Stellen gibt es sowieso nicht. Auch jetzt hätte ich mich nur auf zwei Stellen für meine Fächerkombination bewerben können. – Dem steht eine Vielzahl von BewerberInnen gegenüber (und das sind nicht nur gerade fertige ReferendarInnen sondern auch die, die die letzten Male leer ausgegangen sind usw.).

Da ich in beiden Prüfungsunterrichten grandios gescheitert bin, wird eine Wiederholung erst nach den Sommerferien stattfinden. Bis dahin soll ich “die Zeit nutzen und lernen” – nur wie, frage ich mich da, wenn mir in einem Besuch gesagt wird, ich solle A nicht machen sondern B und im nächsten dann B auch falsch ist – da wäre C besser gewesen usw.

Das tollste aber bei allem (ich könnte mich echt weglachen): Ich bin selber Schuld daran, dass ich durchgefallen bin (ja, ich will nicht behaupten, dass ich Glanzstunden hingelegt habe – es ist nur die teilweise haarsträubende Kritik, die mich aus allen Wolken fallen ließ) und deswegen werden meine Bezüge gekürzt. (Wie wäre es denn, liebes Kultusministerium, wenn das alles etwas humaner formuliert würde: Da ich nach den Sommerferien keine eigenen Klassen mehr unterrichte und somit weniger Leistung bringe als andere ReferendarInnen, müssen die Bezüge angepasst werden.)

In diesem Sinne wünsche ich allen, die noch vor ihrer Prüfung stehen nur das Allerbeste und allen anderen eine wunderbare restliche kurze Woche und ein hoffentlich sonnenscheiniges Wochenende ;)

dumm…

Tags

Frau Ella weiß noch nicht, ob sie weiterhin Lehrerin wird. Und das kam so…

Die Aufregung stieg überproprotional zum Prüfungstermin, die Entwürfe wurden akribisch erstellt, die Stunden ausführlich besprochen und geplant. Und dann kam der große Tag, der gar nicht so lang wurde, wie geplant…

Um es kurz zu machen: Frau Ella ist dümmer als ihre Schüler. Jedenfalls – und überspitzt formuliert – nach Ansicht der Prüfungskommission. In etwa lautete das Fazit so: “Ihre Schüler sind viel weiter als Sie. Deswegen ist Ihr Unterricht auch so niveaulos. Das war schon an den Entwürfen zu erkennen, in denen Ihre fachliche Inkompetenz bereits durchscheint.”

Bäm.

Planung

Tags

, , , ,

Einen der Sätze, den ich als erstes mit auf den Weg in mein Referendariat bekommen habe: Immer von hinten mit dem Planen anfangen.
Das sagt sich so leicht. Richtig verinnerlicht hatte ich das lange nicht. Da gab es soooo tolle Karikaturen, sooooo tolle Zitate, die mussten unbedingt in den Einstieg einer bestimmten Stunde. Und dann saß ich da mit meinem Talent, denn wie es wirklich und ganz konkret weitergehen sollte, davon hatte ich nicht so wirklich eine Ahnung. Dann kam wieder der besagte Satz in meinem Kopf vorbeispaziert. Nur danach passte der Einstieg nicht mehr und den wollte ich doch sooooooo gerne machen…

Mittlerweile kann ich nur sagen: Es ist mehr als eine Erleichterung den Satz “Immer von hinten mit dem Planen anfangen” zu verinnerlichen und zu praktizieren. Wenn ich weiß, was am Ende einer Unterrichtsstunde oder -einheit rauskommen soll, dann fällt der Rest viel leichter (wobei ich dann ab und an lange nach passenden Texten suche… Das kann man aber auch leicht umgehen, indem man einfach selber Texte verfasst. – Ist oft auch schneller.). Und der Unterricht wird ergiebiger und stimmiger.

Kennt ihr das auch? Man findet Material, das man unbedingt gerne verwenden will und plant es auf Biegen und Brechen ein. Oder ist euch das völlig fremd?

krank, danke…

Tags

, , ,

Ich hätte es ja nicht erwartet, aber der bescheidene Wunsch eines Schülers ist wohl erhört worden: Die letzten beiden Tage habe ich mich mehr schlecht als recht durchgequält. Ich war so schlapp, dass ich mich kaum bewegen konnte… Jetzt geht es aber wieder einigermaßen. Zum Glück! Denn so kurz vor den Prüfungen kann es sich wohl niemand leisten, länger krank zu sein (danach ist mir alles egal…).

Meine erste Stunde steht, für die zweite habe ich ein Gerüst im Kopf und so schaue ich dem Prüfungstag noch relativ gelassen entgegen. Einzig die mündlichen Prüfungen machen mir momentan Sorgen, aber darum kümmere ich mich wieder, wenn die Entwürfe stehen…

krank, bitte

Momentan muss ich – aus Organisations- und Prüfungsgründen – leider meine Lieblingsklasse ein bisschen vernachlässigen. Statt zwei Stunden die Woche sehe ich sie bis zu meiner Prüfung nur noch eine Stunde die Woche. Die Freude darüber war natürlich groß. Auf SchülerInnenseite. WelcheR SchülerIn freut sich nicht, wenn weniger Unterricht stattfindet?! Diese Woche haben sie aber das große Glück (*räusper*), dass ich die zweite Stunde doch geben kann, da meine Prüfungsgruppe mit der Klausur beschäftigt ist und meine Anwesenheit dafür nicht benötigt wird. Also teilte ich die frohe Botschaft heute freudestrahlend mit… Mit eher mäßigem Erfolg.

Frau Ella: “Diese Woche werden wir uns auch in der zweiten Stunde sehen.”

ein Schüler: “Ach, Frau Ella, können sie heute Nachmittag nicht einfach schwerkrank werden? …………………… Grippe reicht auch aus.”

Nun denn… ;) (Es kratzt tatsächlich im Hals…)

Eingeleitet

Tags

, , ,

Jetzt wird es ernst. – Nicht, dass es das nicht schon die ganze Zeit war. Es ist ja immer ernst. Spätestens in der 1. Klasse fängt es an, ernst zu werden. Und dann ein weiteres Mal beim Wechsel von der Grund- in die weiterführende Schule (ich durfte noch das Privileg der Orientierungsstufe genießen und hatte somit ein weiteres Mal ganz viel Ernst vor mir). Dann kommt das Abi – ganz dolle ernst. Wahlweise schließt sich eine Ausbildung (sowas von ernst!) oder ein Studium (hei, wenn das nicht ernst ist…) an, gefolgt von Abschlussprüfungen und -arbeiten. Ernst, ernst, ernst.
Und nachdem ich dieses Wort jetzt so oft geschrieben habe, weiß ich auch schon gar nicht mehr, was es bedeutet. (Kennt ihr das auch?! Man muss ein Wort nur oft genug wiederholen und die Bedeutung geht komplett flöten…).
Wie dem auch sei: Heute war Themenausgabe. Nebst “Einladung zur Prüfung”. – Was für ein Euphemismus… Mit Einladungen verbindet man ich ja doch einen Haufen angenehme Dinge: Einladungen zu Geburtstagen, Hochzeiten, Taufen, Abschlussfeiern, Jubiläen… Man könnte hier so eine wunderschöne Aufgabe aus einem Intelligenztest kreiieren: Welches Wort passt nicht in die folgende Aufzählung:
Hochzeit, Jubiläum, Spaß, Freude, unbeschwert, Prüfung

Alles Drumrumschwafeln hilft aber nichts: Ab heute gibt es keinen Weg mehr zurück. Komme, was da wolle: Die Prüfung ist eingeleitet und ich werde sie ablegen. Und zwar in nicht allzu ferner Zukunft.
Und ganz ehrlich?! Es war ein tolles Gefühl, meine Unterschriften unter die Ausgabedokumente zu setzen. :)

 

Alle Wege führen nach Rom,…

Tags

, ,

aber nur einer zur Prüfung. – Naja, so gut wie…
Die Krux liegt in der Sequenzplanung. Die SchülerInnen müssen optimal auf die Prüfungsstunde vorbereitete werden (wie sie ja auch sonst optimal auf alles mögliche (Klausuren, Referate, das Abi, das Studium…) vorbereitet werden müssen). Normalerweise ist so eine Sequenz ein mehr oder weniger lockerer Orientierungsrahmen. Natürlich müssen alle rechtlichen Vorgaben beachtet werden. Generell lässt sich aber über alles reden und so gibt es Sequenzen, die mehrmals umgeplant werden (müssen). (Eigentlich geschieht das mit jeder Sequenz.) Das bedeutet auch, dass geplante Stunden ganz entfallen, neue Themenaspekte hinzukommen usw.
Für die Prüfung ist nun vorgesehen, dass ich in einigen Wochen an exakt einer bestimmten Stelle angekommen bin. Das wird sogar vorher rechtlich bindend vereinbart (sprich: Der Wortlaut des Prüfungsthemas darf sich nicht mehr verändern).
In meiner ersten Prüfungsgruppe durfte ich bisher einmal unterrichten. Die Sequenz habe ich bis heute schon fünf Mal umgeschrieben… Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickelt…

Horst

Tags

, , ,

Es gibt sie. SchülerInnen wie Horst. Horst fällt genau in die Kategorie SchülerInnen, vor denen angehende LehrerInnen von allen gewarnt werden. Horst ist unmotiviert. – Frage nicht nach Sonnenschein! Horst macht noch nichtmal das Nötigste, so überaus uneifrig ist er bei der Sache. Dabei hält er natürlich sehr, sehr viel von sich selbst. Ja, Horst würde sich wahrscheinlich als den Oberchecker schlechthin bezeichnen. Mit Durchblick. Mit Eloquenz. Mit einem ich-bin-besser-als-alle-anderen. Mit einem ich-kann-mir-einfach-alles-erlauben. Mit einem gepflegten F***o**. Horst macht es sich gerne gemütlich und irgendein Material an ihn auszuteilen ist so viel wert, wie das Geld zum Drucken gleich ganz tief in der Erde zu vergraben. Horst scheut auch nicht davor zurück so richtig A****l*** zu spielen. Das macht er sehr gerne. Das gibt er sogar zu.
Als LehrerIn freut man sich ganz doll auf Horst. Die Unterrichtsstunden werden so herrlich unentspannt. So richtig schön ungemütlich…
Aber mal ganz ehrlich: Ein Horst macht doch noch lange keinen Herbst. Schließlich gehören ja auch die anderen 20-30 SchülerInnen zur Lerngruppe. Und so lange da alles läuft, bleibt nur: abwarten (und sich das ganze Schauspiel genüsslich betrachten). Denn Horst wird sich irgendwann ganz von allein zum Horst machen. Spätestens in der nächsten Klausur. – Nachtigall, ick hör dir trapsen…

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 54 Followern an