Es gibt da eine Situation, über die ich schon ein wenig länger nachgrüble.
Einer meiner Fachleiter sprach mich auf meine Abschlussnote aus dem Studium an. Völlig zusammenhangslos (für mich jedenfalls). Ich habe sie ihm genannt und mir auch nichts weiter dabei gedacht. Als Reaktion erhielt ich folgendes:
“Das ist ja sehr gut. Viele, die hier ankommen und so gut abgeschnitten haben, die denken ja, sie könnten wer weiß was. Und dann merken sie ganz schnell, dass sie gar nichts können.” (Gedankenprotokoll)
Ich habe immer noch keine Ahnung, welchen Reim ich mir darauf machen soll und was das überhaupt sollte. – Natürlich bin ich praktisch nicht ausgebildet. Wäre die Uni im Stande gewesen das zu leisten (was mir sehr lieb gewesen wäre), dann müsste ich kein Referendariat machen…
Der Mann trifft vielleicht einen gewissen Punkt: In einigen Fächern, gerade in Geistes- und Sozialwissenschaften, geht das Studium doch stark an den Unterrichtsinhalten in der Schule vorbei. Man spezialisiert sich an der Uni in bestimmten Themen, die jedoch für die Schulpraxis völlig ohne Belang sind. Dafür darf man sich dann während des Referendariats nochmals in Themengebiete einfuchsen, über die man nicht aus dem Stehgreif 45 Minuten referieren kann. Aber ich stimme dir zu, die Uni kann nicht auf alle Eventualitäten der Schulpraxis vorbereiten, auch wenn es zunehmend in Mode kommt, dies zu fordern.
Ja, das ist richtig. Und ehrlich gesagt wäre es auch schade, wenn die Uni eins zu eins auf die Schule vorbereiten würde. Allerdings ist der Kommentar “Einige glauben ja, sie könnten was.” meiner Ansicht nach in einem Nachgespräch völlig deplaziert – und meine Abschlussnote ja nun wirklich mehr als unerheblich… Naja…. Das ist aber auch fast schon wieder vergessen…
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