Frau Ella geht…

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… es ganz schön auf die Nerven, zu sehen, wie es anderen Menschen im Referendariat geht. Wirklich. Um es kurz und knapp auszudrücken: Es ko..t mich an.

Wie ich merke, bin ich nicht allein mit meinem Weg durch die Lehrerausbildungs-nach-Studiums-Hölle. Und anscheinend bin ich auch nicht alleine damit, dass einige frei denkende Menschen (nicht diejenigen, die an Posten kleben), langsam aber sicher zu dem Schluss kommen, dass das Referendariat Murks ist. Ja, man kann das ruhig mal so sagen: totaler Murks. Ein aufgeblähtes Etwas, das sich um seiner Selbst willen am Leben erhält, das Systemfehler produziert, die es dann – wie könnte es anders sein – auf das System schiebt.
Gut, so explizit ist es in der Studie dann doch nicht herausgekommen. Allerdings, dass es ausreichend ist, ein halbes Jahr auf die Lehrertätigkeit vorbereitet zu werden. Und das kompetent. In Wochenendseminaren. Ganz untypisch folgt hier keine genaue Quellenangabe, sondern der Hinweis, dass ich über dieses Ergebnis neulich in Die Zeit gelesen habe (ich denke, es war die Printausgabe vom 25.2.2016 oder vom 03.03.2016) und zwar im Zusammenhang mit der Initiative TeachFirst.

Darüber wollte ich gar nicht schreiben. Aber wie das halt manchmal so ist: plötzlich ist was getippt…
Eigentlich sollte es nur eine kurze Info darüber geben, dass das Sprichwort von Plänen und dem Leben doch immer wieder zutrifft. Ich bekam nämlich plötzlich ein Jobangebot, dass ich unmöglich ausschlagen konnte. Und so bin ich angekommen: in einem Job, von dem ich nicht zu träumen gewagt hätte. Nach wie vor bin ich Lehrerin. Nur eben nicht im Schuldienst (puh, gerade nochmal gutgegangen!!!!) und auch nicht als Selbstständige. Viel schreiben werde ich darüber nicht können, weil das nicht geht. Aber: es ist großartig.
Außerdem gab es gleich doppelten Nachwuchs bei Frau Ella und ihrem Herzensmann. – Allerdings erstmal auf der tierischen Ebene. Da die beiden sich noch nicht grün sind, wird das meine volle Aufmerksamkeit erfordern. Und außerdem natürlich auch der Job und alles, was das Leben so mit sich bringt.
Es bleibt also auch künftig bei sporadischen Beiträgen.

In diesem Sinne schonmal von Herzen ein wundervolles Osterfest an alle meine LeserInnen!

Zahlenkarussel

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Schon wieder so viel Zeit vergangen.
Mittlerweile stecke ich wieder tief im Arbeitskreis und versuche mir an vielen Stellen Zeit freizuschaufeln, um weiter an meiner Geschäftsidee zu arbeiten. – Und manchmal auch, um einfach nur mal zu entspannen.
Als kleine Zwischeninfo vorweg: Derweil bin ich wieder allein unterwegs, womit ich aber ziemlich gut umgehen kann. Es hilft mir, mich noch mehr zu fokussieren, was ich als sehr positiv empfinde. Schade, aber dennoch nachvollziehbar, ist natürlich, dass meine Mitstreiterin sich entschieden hat, eine andere Richtung einzuschlagen.

In der letzten Woche stand bei der Beratung die Kostenkalkulation auf dem Programm. Im Prinzip sehr simpel. Als ich dann aber zu Hause saß, mit den Tabellen, habe ich schnell angefangen, mich im Kreis zu drehen.
Wieviele Kugelschreiber brauche ich denn nun monatlich? Und welchen soll ich nehmen? Papier? Kopierer? Kaufen oder mieten? Hängeregister oder rein digitale Teilnehmer- und Kurserfassung? Tablets oder Laptops für die Unterrichtsräume? Von Anfang an Smartboards? Wieviele Tische und Stühle brauche ich? Wieviele Räume? Wieviele Flyer soll ich für den Anfang drucken?
Die Fragenspirale nahm gar kein Ende und ich entschied mich erst einmal, Preise zu recherchieren und mir dazu Notizen zu machen. Mit den Informationen habe ich dann – soweit es ging – die Spalten meiner Tabelle gefüllt. Glücklicherweise hat mein Berater mir dann beim nächsten Termin noch einmal unter die Arme gegriffen, sodass ich jetzt weiterarbeiten kann. Die Kostenkalkulation wird vervollständigt und – spannend! – ich werde geeignete Räume recherchieren.
Nebenbei läuft der Websitebau und die Broschüren-/Flyergestaltung. Und selbstverständlich auch das normale Tagesgeschäft, bei dem ich momentan eine Menge Klausuren zu korrigieren habe. – Ich mache einen Freudensprung, den man über ganze Land wird hören können, wenn ich diese blöde Aufgabe nicht mehr in meinem Verantwortungsbereich habe! (Wobei ich anstrebe, eine Bewerterlizenz für Deutschprüfungen zu erwerben. – Aber das steht auf einem anderen Blatt und ist mit lästigen Schulklausuren nicht zu vergleichen.)
In Hinblick auf meine Spezialisierung habe ich am Wochenende eine Online- und eine Präsenzfortbildung besucht und bin wieder etwas schlauer als zuvor.🙂

Übrigens ist bald Weihnachten… An mir ist das ein wenig vorüber gegangen und ich bin immer noch verwundert, immer mehr Weihnachtsdeko zu sehen…😉

Viel Spaß im Rest der Woche und ein wundervolles erstes Adventswochenende!

läuft.

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Den ersten Dämpfer haben wir also kassiert, sind wieder zu Atem gekommen und motivierter als zuvor. Springen wir zurück zum Anfang des letzten Beitrags:

Ein gemütliches Café in der Innenstadt. Ein kuscheliger Platz am Fenster. Zwei Frauen, zwei Kaffees, ein Handy und ein Block.

Vor diesem Treffen hatten wir uns Mengen an Gedanken gemacht. Eines steht für uns fest: Wir wollen klein starten und kontinuierlich wachsen. Klein starten bedeutet dabei, ohne große Investitionen, keine Kredite.
Nach diesem Grundsatz stellten sich uns zwei Fragen:
1. Wie kommen wir an geeignete Räume? In Hannover liegen die Mieten für Annehmbares ab 1000€ monatlich.
2. Wie kommen wir an unsere Schüler? Marketingkenntnisse bei uns beiden = 0.
Ich hatte Büros recherchiert, Co-Working-Plätze… Im Prinzip hätte es einen ehemaligen Laden innenstadtnah gegeben, der noch unter den genannten 1000€ gelegen und viel Potenzial gehabt hätte. Irgendwann stieß ich dann auf ein Angebot, das genau zu uns zu passen schien: Zwei Räume, relativ zentral sollten an Anbieter vermietet werden, die genau das, was wir wollen, im Sinn haben.  Unglaublich! Ein Plus dabei: Die Räume sind stundenweise verfügbar. Während ich entweder am Himmel oder unter Wasser hing, besichtigte meine Kollegin die Räume. Und nun spulen wir ein wenig vorwärts.

Ein gemütliches Café in der Innenstadt. Ein kuscheliger Platz am Fenster. Zwei Frauen, zwei Kaffees, ein Handy und ein Block.

Meine Kollegin ist sehr begeistert von den Räumen. Die Termine, zu denen sie frei sind, hat sie auch dabei. Es klingt gut, was sie erzählt. Kurzerhand schon eine Stunde später einen Termin mit dem Vermieter. Bis dahin haben wir noch einiges zu bereden.
Wir entscheiden uns dafür, zunächst mit einem Nachmittag in der Woche zu starten. Und zwar ab Dezember, sodass wir im November Zeit haben, in Aktion zu treten und auf uns aufmerksam zu machen.
Und hier landen wir direkt bei Punkt 2.: Wie machen wir das? Eine Homepage ist sowieso schon in Arbeit, Flyer müssen noch gestaltet werden. Und dann? Netzwerken. Selbst der Vermieter ist uns dabei behilflich. Termine bei Hilfsorganisationen stehen auf dem Plan, Städte und Gemeinden werden angesprochen… Nur das BAMF ist etwas träge…
Nach der Besichtigung kann ich sagen: Wie für uns gemacht.

läuft.

Sonne / Regen

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Sonne, Meer, Wellen, Salzwasser…. Ich hoffe, eine imaginäre Palme ploppt bei diesen Worten ebenfalls auf, das Gefühl von 30° auf der Haut, eine leichte Brise im Haar….
Schön war’s im Urlaub, abenteuerreich, warm, lecker, erholsam, entspannt… Und den ersten Ort für die erste Filiale habe ich auch schon gefunden.😉 Ich würde selbstverständlich ganz selbstlos hinfliegen – für ein paar Monate – um alles in die Wege zu leiten – vielleicht auch ein Jahr…😉

Was aber hat sich außerhalb des Urlaubs getan? – Kurz und knapp: alles und nichts:
Ein gemütliches Café in der Innenstadt. Ein kuscheliger Platz am Fenster. Zwei Frauen, zwei Kaffees, ein Handy und ein Block.
Bis zu diesem Szenario gab es schon das ein oder andere Treffen, Ideenaustausch, Begeisterung, tonnenweise Motivation und das überwältigende Gefühl: Ja, genau das ist der richtige Weg.
Vor meinem Urlaub fand das erste Coaching statt. Es war ein Nieselregentag, grau, kalt, nass, eklig. Nur zwei Frauen sind mit einer rosaroten Wolke über ihren Köpfen durch die Stadt geschwebt, auf dem Weg zum ersten Treffen mit dem Existenzgründungsberater.
Man stelle sich vor: Kreativität, Enthusiasmus, Motivation auf der einen Seite; ein Bankvorstand auf der anderen. – Nach dem Treffen hat es über uns mehr geregnet, war es grauer, kälter, nasser, ekliger als bei allen anderen Passanten. Unsere Vorstellungen von unserer Schule leiten sich aus uns selbst, aus den Erfahrungen, die wir bereits gemacht haben und aus den Rückmeldungen unserer SchülerInnen ab. Natürlich ist das, was wir am Ende, das ja erst der Anfang sein kann, sehen, ein Ideal. Natürlich sind wir uns klar darüber, dass sich alles „lohnen“ muss, im wahrsten Sinne des Wortes. ABER: Wo kämen wir denn hin, wenn wir dieses Ideal nicht hätten? – Ganz einfach: zu einer unmenschlichen Abfertigungsmaschine.
Nun, mitgenommen aus dem ersten Gespräch mit unserem Berater haben wir:
1. Ohne die Unterschiede, die wir machen wollen, machen wir einfach nur das, was tausend andere auch machen.
2. Selbst wenn wir unsere Unterschiede einfließen lassen, ist das eigentlich auch nicht so toll, weil es andere dann direkt nachmachen.
Wir brauchten ein wenig, um wieder zu Atem zu kommen.
Im Grunde ist es doch so: Diese beiden Dinge, kann man wirklich jedem Unternehmensgründer nennen. Jedem. Ließe man sich davon entmutigen, gäbe es keine Innovation mehr, keine Neugründungen, Stillstand.
Einem Friseur, der einen Salon gründen will, zu sagen, er mache ja sowieso nur das gleiche wie alle anderen, ist ein wenig tautologisch, denn das weiß er wohl selbst.
Es ist sehr gut, kritische Aspekte zu hören. Das sind oft Dinge, die man in seiner Euphorie (un)wissentlich übersieht. Es wird weitere Beratungen geben. Aber unser Plus bleibt. Punkt. (Im Übrigen: schön, wenn es andere übernehmen. Im Prinzip hätten wir dann sogar eines unserer Ziele erreicht.🙂 )

Aufschreiben

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Gesternvormittag durfte ich an einem tollen, sehr inspirierenden Webinar für Selbstständige teilnehmen. Während ich mir Notizen machte, kam die ein oder andere Idee für mein Herzensprojekt.
Morgen treffe ich mich mit einer sehr, sehr lieben Kollegin und wir werden schauen, ob unsere Ideen zusammenpassen und wir gemeinsam ein Projekt verfolgen. Um gut vorbereitet ins Treffen zu gehen, habe ich mir nach der Arbeit ein Blatt geschnappt und alle präsenten Ideen aus den letzten Wochen darauf verewigt. – Was soll ich sagen: das ganze Im-Kopf-Herumgewälze hat zwar gute Ansätze gebracht, aber so richtig, richtig gut gefallen sie mir erst jetzt, nachdem ich sie aufgeschrieben sehe. Alles bekommt dann nochmal eine ganz andere Qualität. Wunderbar! Nachdem der Schatz mir nach längerem Bohren erzählt hatte, wie er selber gerne Sprachen lernen würde (macht der nämlich nicht gerne) und ich ein paar weitere Ideen bekam, habe ich ihm auch gleich mal meinen Langlanglangfristplan unterbreitet. Die erste Reaktion: Irritation, gepaart mit dem Ausspruch: „Fang doch erstmal klein an, über alles andere kannst du dir dann immer noch Gedanken machen.“
So hätte ich vor einem Jahr auch noch gedacht. Mittlerweile denke ich aber, je klarer die Vision ist, desto klarer können Ziele verfolgt und auf sie hingearbeitet werden, statt im Diffusen zu fischen. Eine Vision einmal aufzuschreiben, bedeutet ja nicht, dass sie in Stein gemeißelt ist. Egal, was kommt, alles kann angepasst werden. Und das am besten schriftlich. Für die Klarheit. Und die Qualität.

Vier Tage sind genug!

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Seit Anfang des neuen Schuljahres darf ich eine Vier-Tage-Woche erproben. Montag bis Donnerstag wird voll durchgearbeitet und dafür bleibt der Freitag frei. Ich kann das jedem, der irgendwie die Möglichkeit dazu hat, nur empfehlen. Es ist unglaublich, wieviel ausgeglichener man ist und auch, wie viel motivierter! Nicht, dass mir meine Arbeit keinen Spaß macht, wenn ich fünf oder sechs Tage in der Woche arbeite. Aber die Motivation ist eben eine gänzlich andere.
Vor einiger Zeit ging die Meldung duch die Medien, dass ein japanisches Unternehmen eine Vier-Tage-Woche für seine MitarbeiterInnen einführen will.
Natürlich gibt es hier – wie bei allem – verschiedene Betrachtungswinkel, doch in meinen Augen ist das ein Schritt in die richtige Richtung und das Beispiel sollte Schule machen. Wer wünscht sich denn nicht hoch motivierte MitarbeiterInnen, zufriedene Familienangehörige und mehr Zeit außerhalb der Arbeit? Win-Win-Win.😉

Dagegen.

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Wie schon vor einiger Zeit berichtet, befinde ich mich auf dem Weg zu einer eigenen Schule. In den letzten Wochen kristallisiert sich immer mehr heraus, dass das genau mein Herzensprojekt ist. Weil ich mich mehr als wohlfühle mit dem Sprachenunterricht, weil mir die Arbeit mit MigrantInnen sooo unendlich viel Spaß macht und weil ich mit Kindern und Jugendlichen am liebsten außerhalb des Zwangssystems Schule arbeite.
Jeden Morgen auf meinem halbstündigen Fußweg zur Arbeit wäge ich das Für und Wider ab. Und natürlich recherchiere ich viel, besuche Veranstaltungen für Gründer und will mir mehr Wissen, mehr Grundlagen aneigenen. Selbstverständlich spreche ich auch über meine Idee, um sie konkret zu machen, um meinen Wunsch real werden zu lassen und vielleicht auch, um eineN MitgründerIn zu finden.
Was dabei ganz klar zutage getreten ist: von meiner Familie und auch von meinem Freund erhalte ich keine Unterstützung. Ein Umstand, der mich meine Idee wochenlang auf Eis legen ließ, denn das musste erstmal verarbeitet werden. So ein Projekt ohne jegliche Unterstützung zu starten, immer mit dem Hintergedanken der „Ich hab’s dir ja gesagt“-Vorwürfe im Falle eines Scheiterns ist wie ein Schlag in die Magengrube. Eigentlich habe ich mich sogar krankenhausreif geprügelt gefühlt. Das Nonplusultra für meine Familie wäre es nämlich, ich würde zurück in ein sicheres Beamtenverhältnis oder zumindest eine sichere Festanstellung gehen. Punkt.
Nach mehreren Traurigkeitsschüben und dem Versuch, die Idee zu begraben, hat sie sich aber immer wieder an die Oberfläche gekämpft und jeden Tag klopft sie an, um mir zu sagen, dass sie noch da ist.
Das Schöne ist: auch wenn meine Familie nicht hinter mir steht, bin ich nicht alleine. Es gibt so viele Anlaufstellen für GründerInnen, dass ich immer einen kompetenten Partner an meiner Seite haben werde. Über den Beratertag bin ich auf eine Initiative hier in Hannover gestoßen, die GründerInnen über drei Monate in der Planungsphase unterstützt. Der nächste Schritt steht also an.🙂

Doppelt hält besser

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Murmeltiertage. Bei mir gibt es die ab und an mal. Meistens ist es nur ein Murmeltiertagblitzen. Neulich aber saß mir das Murmeltier sogar auf der Schulter und ich habe nichts gemerkt.
Ich habe gefühlt zehn Klassen im gleichen Jahrgang und im gleichen Fach. Grundsätzlich sind sie gleichauf, auch wenn die ein oder andere Lerngruppe mal etwas länger braucht. Im Prinzip kann ich mich an die Klassen und Unterrichtsinhalte erinnern, natürlich auch mithilfe von Notizen.
Neulich habe ich aber – und das ist mir vorher noch nie passiert – die gleiche Stunde doppelt gehalten. Naja, nicht ganz. Nach 30 Minuten haben mich die SchülerInnen dankbarerweise auf meinen Fehler hingewiesen.
Im Nachhinein ist das ganz lustig, in der konkreten Situation jedoch war es alles andere als das…😉

Frag mich oder ich schlag dich

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Zugegeben, die Überschrift ist angelehnt an einen anderen Spruch, ziemlich platt und zudem noch irreführend. – Natürlich schlag ich niemanden! Da ich aber ständig Überschriften lese, die nicht halten, was sie versprechen, dachte ich mir, ich versuche es auch mal.😉 (Soviel zum „Clown gefrühstückt“)

Wie schon berichtet habe ich seit einigen Wochen einen neuen Kurs, mit dem ich nicht wirklich zufrieden bin, da ich ihn von Kolleginnen übernommen habe, die eine andere Sicht auf das Lernen haben als ich und ich viel zu unflexibel bin, als dass ich mich dieser Sicht annehmen möchte, weil ich sehe, dass die gewünschten Ergebnisse ausbleiben.
Im Zusammenhang mit diesem Kurs durfte ich eine weitere Lektion lernen, die ich nur allzu gerne weitergebe.

(Phrasendrescher an) Als FreiberuflicheR hat man – genau wie überall anders auch – sowohl Nach- als auch Vorteile. (Phrasendrescher aus)
Zu den Vorteilen zählt die Selbstorganisation der Arbeitszeiten. Mit der Zeit habe auch ich ein Händchen dafür bekommen und die Zeit der 52-Stunden-Wochen gehören der Vergangenheit an. Lernprozesse eben. Was weiterhin wirklich sehr angenehm ist: Man wird gefragt, ob man einen Auftrag übernehmen könnte und welche Zeiten man dafür anbieten könnte. Seit meiner Jugend (ich habe mit ~14 begonnen zu jobben) wurde mir arbeitstechnisch immer nur vorgeschrieben, was ich wann zu machen habe. Rücksichtnahme gab es da nicht. Gefördert vom „Sorgeberechtigtenhaus“ wurde mir eingetrichtert, dass Arbeit die höchste Priorität hat und alles andere nachrangig betrachtet werden muss und zudem noch, dass meine Gehaltsforderungen absurd seien und ich kein Recht hätte, auf eine anständige Bezahlung zu pochen, immer frei nach dem Motto: Nimm, was du kriegst und sei still.
Mittlerweile habe ich es aber einigermaßen gut verinnerlicht, dass ICH entscheide, wie ich arbeite – zumal, wenn man die Tatsache bedenkt, dass meine Auftraggeber ja auch keine Sozialversicherung etc. für mich zahlen und ich für alles selbst aufkomme. Umso erstaunter war ich über folgende Situation:
Die Absprache zu meinem Kurs stand quasi seit zwei Monaten fest: zehn Stunden pro Woche, zwei feste Tage. Damit habe ich geplant. Bis ich dann die Mail bekam, dass ich ab sofort andere Tage arbeite und außerdem ab in zwei Wochen den Kurs komplett übernehme. Punkt. Das hat mit Freiberuflichkeit dann nichts mehr zu tun…
Da ich doch nicht ganz aus meiner Haut kann, führe ich den Kurs zu Ende. Eine erneute Übernahme in diesem Bereich und bei dieser Institution habe ich jedoch postwendend ausgeschlossen. Es gibt genug andere Arbeitsmöglichkeiten für freiberufliche TrainerInnen.