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Es ist soweit: Ich habe meine erste Klassenarbeit korrigiert. Ein Diktat. Gemeinsam habe ich mich mit den SchülerInnen durch den Regeldschungel von Grammatik und Rechtschreibung gekämpft, habe mehr als genug Übungsdiktate geschrieben, habe immer wieder auf Fehlerschwerpunkte hingewiesen, Wortgruppen fast schon in die Köpfe gebrannt, geübt, geübt, geübt…

Jetzt bin ich durch mit der Korrektur und mehr als ernüchtert. Die Noten tümmeln sich im Bereich von zwei bis vier. An und für sich ein akzeptables Ergebnis, wenn ich mir auch wünschte, dass einige wirklich vollkommen unnötige Fehler vermieden worden wären. (Ich hatte die Klasse mehrmals darauf hingewiesen, das letzte Vorlesen zu nutzen, um so doppelte/falsche/fehlende Wörter zu vermeiden. Was hätte ich denn noch tun können?) Kann ich mit diesem Ergebnis noch einigermaßen leben, sieht es mit einem anderen schon ganz anders aus: Ich musste eine sechs verteilen. Da führte kein Weg dran vorbei.

Und jetzt? Hätte ich im Vorfeld etwas anders machen können? Hätte ich dieses individuelle Rechtschreibproblem nicht schon während des Unterrichts erkennen und intervenieren müssen? Die andere Seite der Medaille: Ich würde wirklich unheimlich gerne anbieten, eine Kompensationsleistung zu erbringen, sodass sich diese Note nicht ganz so stark auswirkt. Das darf ich aber gar nicht. Das muss ich dann allen anderen aus der Klasse ebenfalls anbieten. Und welchen Sinn hätte das dann noch? Keinen großen auf jeden Fall.

Natürlich kann man nun argumentieren, dass das eben so sei, dass das dazugehöre und dass man sowieso nichts großartig ändern könne. – Ist das denn wirklich so?

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