… mal wieder. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht schon das ein oder andere Mal erwähnt hätte, dennoch ist es ein Dauerbrenner bei mir: Die Zeit vergeht einfach rasend schnell und ich komme gar nicht hinterher. Mit meinen Besuchen liege ich (in meinen Augen) meilenweit hinter allen anderen zurück und auch sonst habe ich den dringenden Wunsch, die Tage einfach um etliche Stunden zu erweitern, damit ich mir alles das aneignen kann, was ich will, um so gut zu werden wie ich will. Wäre das möglich: Es wäre wunderbar. Die Realität sieht leider ganz anders aus: Meine Stunden passen so gut wie nie, manchmal stehe ich in der Klasse und habe das Gefühl, dass ich den größten Quatsch fabriziere und ab und an denke ich: Durchforste mal die Stellenanzeigen – das ist hier doch alles nichts für dich – schließlich hinkt es hinten und vorne – wie soll da denn noch was Vernünftiges draus werden.

Wenn ich mir nicht schon seit vielen Jahren wünschen würde Lehrerin zu werden und wenn ich nicht immer wieder das Gefühl hätte: Genau hier fühle ich mich wohl und genau hier will ich sein – ich hätte schon alles aufgegeben und mich in irgendetwas anderes geflüchtet.

Meine Klassen sind nach wie vor wunderbar und dafür bin ich mehr als dankbar. Durch meine Deutschklasse habe ich eine Erkenntnis erlangt, die mir hoffentlich auf meinem folgenden Weg hilfreich zur Seite steht. Zunächst habe ich immer versucht sehr nett zu sein, habe über vieles hinweg gesehen und habe einiges einfach durchgehen lassen. Mittlerweile weiß ich, dass es so nicht geht, denn schlussendlich fällt es auf mich bzw. meinen Unterricht zurück und ich kann diesen nicht vernünftig durchführen. Das Problem war, dass die Klasse immer Ewigkeiten brauchte, um überhaupt erstmal in der Stunde anzukommen. Bei 45 Minuten ist das aber ein „Luxus“, den man sich nicht leisten kann. Nach klaren und prägnanten Ansagen („Für jede Minute, die wir eine Stunde nicht beginnen können, werdet ihr über die Wochenenden eine Seite Aufsatz zum Wochenthema schreiben.“) klappt alles wunderbar 🙂

In meinem vor einiger Zeit geschriebenen Diktat, fehlten drei Schüler. Die haben heute nachgeschrieben und nach der ersten Durchsicht bin ich sehr glücklich, dass ich dieses Mal – so wie es aussieht – wohl meine erste „1“ verteilen darf. 🙂

Ansonsten muss ich daran arbeiten meine Gesprächsführungskompetenz merklich zu verbessern. Das weiß ich schon seit langem, nur habe ich keinen blassen Schimmer, wie ich das machen soll. Es wird zwar an allen Ecken und Enden dies und das von uns Referendaren gefordert, wie wir es aber tatsächlich richtig machen können, das bleibt uns dann vorenthalten…

So, das war es mit einem nachösterlichen Update. Die erste Woche nach den Ferien ist mehr oder weniger gut überstanden und nun geht es auf zwei unterrichtsfreie Tage zu (Wochenende mag ich es nicht mehr nennen, denn den Sinn hat es momentan verloren 😉 ).

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Samstag und Sonntag 🙂

 

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