Ich melde mich zurück: aus den Sommerferien, aus der Prüfungsphase.

Die Sommerferien waren mit der Prüfung im Rücken überwiegend sorgenvoll und der Beginn des neuen Schuljahres hat dem keinen Abbruch getan. Mittlerweile stecke ich knietief in meinen Vorbereitungen und bin sehr froh, dass alles bald ein Ende haben wird.

Neben den ganzen Prüfungsvorbereitungen fällt mir immer wieder eines auf, vielfach wiederholt durch ganz unterschiedliche Menschen (und einzig mein Opa hat den Volldurchblick von Anfang an…): Panikmache. Und zwar mit den Worten (jedes Mal nur minimal abgeändert): „Wenn du das jetzt nicht schaffst, dann war alles umsonst.“ Die Betonung in diesem Satz liegt auf „alles“ und „umsonst“. Jedes Mal. Ohne Ausnahme. Es kommen Kollegen und Kolleginnen, Bekannte, Verwandte: „Wenn du das jetzt nicht schaffst, dann war alles umsonst.“ Wahlweise wird dann noch die Aufzählung: „Die ganze Zeit, die lange Ausbildung“ oder ähnliches angehängt. Das „alles umsonst“ bekommt dabei einen noch panischeren Unterton als der ganze Rest des Satzes. Im Verlaufe des Gesprächs fällt dann auch gerne noch: „Du musst das jetzt wirklich schaffen.“ Die Panik in den Augen der Menschen, die mir dabei gegenüberstehen / -sitzen ist quasi ganz plastisch greifbar. Und sie meinen damit tatsächlich die komplette Ausbildung inkl. Studium.
Was, werden sich einige vielleicht nicht erst an dieser Stelle fragen, hat mein Opa damit zu tun? Nun, es ist ganz einfach: Mein Opa hat den zweiten Weltkrieg miterlebt, hat sich als Helfer in landwirtschaftlichen Betrieben durchgeschlagen, ist irgendwann als einfacher Arbeiter bei VW gelandet, hat zwei Frauen verloren, vier Kinder, die alle nie studiert haben. Und seine erste, ganz spontane Reaktion auf die Schilderung all dieser Aussagen: Empörung. Und recht hat er. In seinen Worten: „Kind, du hast doch ein Studium. Das kann dir keiner mehr nehmen. Das ist doch nicht umsonst!“

Vielleicht scheint meine Verärgerung ein wenig durch die paar Zeilen hier durch, aber ich möchte – ganz allgemein – mal festhalten: Nur, weil man das Referendariat nicht besteht, heißt das nicht, dass alles umsonst war. – Auch wenn Studienseminare, Lehrer und andere einen das glauben machen wollen. Gerade in der heutigen Zeit und auf den Festen von Bologna: Ich habe ein ganz normales Studium absolviert. Dass hinter meinem Master „of Education“ steht, bedeutet einfach nur, dass ich zusätzlich noch Pädagogik-, Didaktik und Psychologie-Veranstaltungen besucht habe. Ein Plus also! Und die Note lässt sich überall sehen. Einzig die 1,5 Jahre Referendariat könnte man als „verschwendet“ ansehen, denn in der Zeit hätte ich in einem Beruf außerhalb der Schule schon längst Fuß fassen können.

In der Hinsicht mache ich mir also keinerlei Sorgen. Es wäre schön, wenn auch andere das nicht stellvertretend für mich täten.

In diesem Sinne wünsche ich allen, die in einer ähnlichen Situation stecken, die Nervenstärke die Kommentare einfach zu ignorieren.
Und außerdem allen natürlich ein wundervolles Wochenende 🙂

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