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Von sage und schreibe neun meiner Bewerbungen habe ich zwei Rückmeldungen bekommen. Das waren die im letzten Beitrag erwähnten Vorstellungsgespräche. – Immerhin…

Vorstellungsgespräch Nr. 1:

Frau Ella ist – wie immer – überpünktlich und muss erstmal warten. Einzig eine Lehrerin läuft in dieser Zeit an ihr vorbei. Ansonsten niemand. Dann kommt – anscheinend – der Schulleiter durch das Sekretariat und bittet sie in sein Büro, in dem bereits vier weitere Personen warten (wie sich später herausstellt: jeweils ein Vertreter für die Fächer, Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte (wieso sind das eigentlich immer Frauen?) – und tatsächlich: es handelte sich wirklich um den Schulleiter…).
Frau Ella fühlt sich erstmal in ihre mündliche Prüfung im September zurückversetzt und ihr wird ganz unwohl. Gucken auch alle nicht so wirklich freundlich, vor allem der Politik-Typ scheint morgens keine Clowns zu frühstücken.
Was dann folgt ist: eine mündliche Prüfung in der sich gleichzeitig das (wahre) Gesicht der Schule zeigt.
Zunächst mal werden Frau Ella Worte in den Mund gelegt, die sie nie benutzt hat und auf die man sie festnageln will.
Personalrätin: „Was ist denn das wichtigste für Sie am Lehrersein.“
Frau Ella: „Der Unterricht.“
[…]
Personlarätin (zum Ende hin): „Sie würden sich also zuerst als Wissensvermittler bezeichnen.“
Frau Ella: „Nein, der Unterricht ist das wichtigste und da ist Wissensvermittlung nur ein Teil von. […]“
Personalrätin: „Also, halten wir fest: Sie sind Wissensvermittler.“
Frau Ella: „Nein, wie ich schon sagte, zum Unterrichten gehört viel mehr. Allerdings kann ich das nicht in einem Wort zusammenfassen.“
Personalrätin: „Gut, lassen wir das.“

In der Stellenbeschreibung dieser Schule wurde der Wunsch geäußert, dass die zukünftige Lehrkraft sich in die Theater-AG einbringt (bitte mit selbstgeschriebenen Stücken).
Wie sich dann im Laufe des Gesprächs herausstellte: nicht nur das! In beiden Fachbereichen sollten mehr als umfangreiche Aufgaben übernommen werden und zusätzlich NOCH eine AG.
Frau Ella merkte im Laufe des Gesprächs an, dass sie gerne bereit ist, Aufgaben zu übernehmen, dass sie aber nicht nach einem Jahr auf Knien in die Schule kriechen möchte. – Das kam wohl nicht so gut an…

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