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Vorstellungsgespräch Nr. 2:

Frau Ella sprintet nach dem Unterricht zu ihrem Auto, ab auf die Autobahn und ist – ha! wieder überpünktlich – in der Schule, in der sie ihr zweites Vorstellungsgespräch hat – und wartet. In der Zwischenzeit setzt sich der Personalrat zur ihr, spricht mit ihr über die Stellensituation (kaum Stellen, viele Bewerber – Frau Ella fragte sich schon auf der Fahrt, warum sie eigentlich so weit fährt, wenn das doch wieder ein Schuss in den Ofen wird. – Stellen, in denen eine Zusatzqualifikation verlangt wird, sind meistens schon den ReferendarInnen oder anderen der Schule nahestehenden Personen versprochen. – Natürlich findet bei so hochoffiziellen Ausschreibungen KEIN Herumgeschachere statt…)

Irgendwann im Büro der Schulleiterin (außer dem Personalrat, der nur Protokoll führt, ist niemand weiter anwesend):
Schulleiterin: „Für das Abitur 2015 müssen die Schüler Goethes Faust kennen. Wie würden Sie die Sequenz dazu denn aufbauen?“
Frau Ella (hat den Faust das letzte Mal freiwillig in ihrer Schulzeit gelesen, in der der ansonsten keine Rolle gespielt hat) versucht mit Schülerorientierung zu punkten. Das ist aber zu unkonkret. Die Schulleiterin möchte jetzt auf der Stelle eine Zaubereinstiegsstunde haben und lacht sich dann hinter vorgehaltener Hand kaputt.
Am Ende des Gesprächs (in der Stellenbeschreibung wünschte man sich eine „Mitarbeit im Bereich Darstellendes Spiel“):
Frau Ella: „Wie stellen Sie sich denn das Einbringen in das Darstellende Spiel vor?“
Die Schulleiterin erklärt Frau Ella wie einem kleinen Kind, was Darstellendes Spiel ist.
Frau Ella fragt sich, ob sie irgendwas verpasst hat oder warum die Schulleiterin sie sonst für dumm verkauft.
Die Schulleiterin beendet das Gespräch. Ach nein, doch nicht: „So, dann machen Sie doch nochmal Werbung für sich.“

Frau Ella hatte danach noch einen schönen Tag in einem anderen Bundesland.

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