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… wohl nicht.

Ich bin wirklich dankbar, dass ich aus heiterem Himmel und vollkommen unverhofft meine Vertretungsstelle bekommen habe. Der Wendung „aus heiterem Himmel“ ist dabei das Plötzliche, Nicht-Erwartete inhärent. Oder ganz salopp: holterdipolter.

Kurz nach meiner Enstellung wunderte ich mich, ob denn niemand zumindest mal meine Kontoverbindung braucht, damit ich auch bezahlt werden kann. Unsere Sekretärin beruhigte mich: „Wenn die Landesschulbehörde sich nicht an Sie wendet, dann haben die alles. – Müsste ja auch noch aus dem Referendariat da sein.“ – In dem Moment habe ich alle meine Erfahrungen außer Acht gelassen und die Sache vergessen…

Irgendwann flog ein – ach soooooooo freundlicher – Brief der Landesschulbehörde ein. „Reichen Sie folgende Unterlagen unverzüglich ein:“
Und dann folgte die Auflistung der benötigten Unterlagen. Darunter: Nachweis der Krankenversicherung, Personalbogen (der war „netterweise“ beigefügt), Führungszeugnis, Lohnsteuerkarte (!!!).

Gleich, als ich meinen Vertrag in Händen hielt, wechselte ich zu einer gesetzlichen Krankenversicherung (Referendariat, Beamtenverhältnis auf Widerruf: privat; Vertretungsstelle, Angestellte: gesetzlich).

Da die Unterlagen meiner Krankenkasse noch nicht da waren, vermerkte ich im Personalfragebogen, dass ich bis zur Einstellung privat versichert war, gab meine neue Versicherung an und merkte an, dass ich den Nachweis umgehend nachreiche, sobald er mir vorliegt. Zusätzlich erklärte ich, dass es mir leider, leider nicht möglich sei, eine Lohnsteuerkarte beizufügen und übermittelte – mitdenkend wie ich nunmal bin – die seit 2012 (!!!) gültige Nummer.

Eine Woche später bekam ich die Unterlagen meiner Krankenkasse, nebst Nachweis für den Arbeitgeber, den ich sofort zur Post brachte.

Als ich am nächsten Tag meine Post öffnete, traute ich meinen Augen nicht:
In einem Brief der Landesschulbehörde teilte man mir die Modalitäten der Gehaltszahlung mit und informierte mich sogleich darüber, dass ich nun bei einer ganz anderen Krankenkasse angemeldet sei. Originalwortlaut: „Ich habe Sie bei der AOK angemeldet.“

Ein sofortiger Einspruch blieb natürlich erfolglos.

Die AOK hieß mich mittlerweile als neues Mitglied Willkommen. Als ich dort anrief, teilte man mir mit, dass ich persönlich diese Anmeldung nicht stornieren könne (wtf??). Das könne nur mein Arbeitgeber. Natürlich meldet der sich weiterhin nicht.

Merke: Mitdenken funktioniert in der Landesschulbehörde so gar nicht. Freundlichkeit existiert dort nicht. Unverzüglichkeit, wie sie von den Angestellten gefordert wird, gibt es ebenfalls nicht. Und man darf sich auch nicht aussuchen, wo man gerne krankenversichert sein möchte. Ich jedenfalls nicht.

Ich frage mich schon seit dem Referendariat, warum es den Unternehmen in der freien Wirtschaft möglich ist, freundliche und zuvorkommender Briefe zu versenden, die Landesschulbehörde von Freundlichkeit aber anscheinend noch nie etwas gehört hat. – Vielleicht sollte ich mal ein Freundlichkeitsseminar speziell für diese göttergleiche Berufsgruppe konzipieren. – Obwohl: Wahrscheinlich wäre es „Perlen vor die Säue“…

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