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Unterschwelliger oder offen zutage getragener Rassismus sind so verbreitet wie die Bildzeitung und ein ebensolches Übel. Es ist egal, wie gebildet und kultiviert die Menschen sind / werden, der Rassismus, den sie in sich tragen, diskreditiert sie absolut.
Oftmals verbirgt sich dieser Rassismus hinter angeblichem Neid: „Wie können DIE es sich leisten, ein Haus zu bauen? – Die MÜSSEN illegale Geschäfte machen“ Und weiter geht es in Gedanken: „Denn ich habe nur eine Wohnung, lebe von Lohn zu Lohn und bin am Ende des Monats noch nichtmal mehr in der Lage, mir vernünftiges Essen zu leisten.“ (Was derjenige nicht zugeben wird: Das Geld wird an allen Ecken und Enden zum Fenster rausgeworfen. Sparen hat man nie gelernt, will es auch gar nicht, es wäre ja anstrengend. Darüber hinaus ist eine generelle Anspruchshaltung inhärent und eine „Alle-Anderen-Sind-Schuld-Mentalität“.) Dass der Nachbar, Deutscher, wahrscheinlich in gleichem oder ähnlichem Beruf und Alter, auch gerade ein Haus baut, steht überhaupt nicht zur Debatte. Der ist natürlich nicht in illegale Geschäfte verwickelt, der „hat wirklich geschuftet, der hat sich das verdient.“

„Schön“ auch immer wieder: „Die bekommen nur so viele Kinder, damit sie vom Staat abkassieren können.“ – Da fällt mir nichts zu ein.

Eine Situation durfte ich in den letzten Tagen erleben. In einer kleinen Runde habe ich mich vorgestellt und gesagt, was ich mache: Ich bin Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache und arbeite mit minderjährigen, alleinreisenden Flüchtlingen.
Prompt kam: „Die lügen doch sowieso und machen falsche Angaben bei der Einreise, damit sie abkassieren können.“

Ehrlich? Abkassieren? Allein in einem fremden Land, mit zugewiesenem Betreuer, einer festen und kontrollierten Tagesstruktur und 42€ im Monat. Ganz ehrlich? Abkassieren?
Ich verweise nur auf oben: diskreditiert.

(Natürlich bekommen meine Schüler neben den 42€ im Monat drei Mahlzeiten am Tag und ein Dach über dem Kopf. – Das bekommt aber auch jeder Schwerverbrecher…)

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