Finanzamt, Renten- und Krankenversicherung sind also geklärt. – Das, was am wenigsten Spaß macht. 😉 (Die Nachwehen der Geburt meiner Steuererklärung lasten noch auf mir. – Nächstes Jahr wird die gant toll neudeutsch „outgesourced“.)

Während meiner Nebenbei-Freuberuflichkeit nach meinem Referendariat habe ich schnell gemerkt, dass mir diese Arbeit viel mehr Spaß macht als die an allgemeinbildenden Schulen. – Einen Vertretungsvertrag hatte ich damals nur angenommen unter der Voraussetzung, dass ich zwei Tage in der Woche freigestellt bin für meine Freiberuflichkeit.
Bis zu den Sommerferien 2014 hatte ich immer noch gehofft, nach den Sommerferien eine feste Stelle zu haben usw. Es war jedoch nichts in Sicht, weshalb ich mich im DaF-Bereich umsah und kurz davor war für unbestimmte Zeit ins Ausland zu gehen, um dort zu arbeiten – an einer Uni: Festvertrag geregelte Arbeits- und Urlaubszeiten. Ich wollte die Mail für die Annahme der Stelle gerade rausschicken, als ich das Angebot bekam, hier in Deutschland arbeiten zu können. Freiberuflich. Ziemlich viel. Ich habe lange darüber nachdenken müssen, Vor- und Nachteile abgewogen, alles immer wieder hin- und hergewendet und beide Entscheidungen haben sich für mich richtig angefühlt. Das sprichwörtliche Zünglein an der Waage war meine Familie. Schlicht und ergreifend. Und so habe ich es gewagt, habe den sicheren Job in den Wind geschlagen und mich in die Freiberuflichkeit gestürzt. Selbstverständlich gab es Zeiten, in denen ich dachte, ich habe mich falsch entschieden. Aber nicht etwa, weil ich einen sicheren Job wollte, sondern weil ich – nach wie vor – raus will.
Dann folgte die kurze Zwischenepisode der Verbeamtung, die im Nachhinein betrachtet gut war, denn sie hat mir noch einmal sehr deutlich gezeigt: DAS will ich auf keinen Fall. – Und so hatte sich das mit der Angst dann.

Wie kommt man nun aber überhaupt dahin, SprachtrainerIn zu sein?
Anfangs suchte ich nur auf den Seiten der JOBBÖRSE der Arbeitsagentur. Diese Quelle kann ich euch nicht empfehlen. Zunächst einmal sind viele, viele, viele der Angebote von „Personaldienstleistern“, was heißt, ihr werdet schlicht und ergreifend ausgebeutet. Darüberhinaus gibt es im Bereich des Sprachunterrichts entweder nur 450€-Jobangebote oder nichts. In der Zeit, in der ich suchte (ungefähr ein Jahr), kam mir nur ein fair erscheinendes Angebot unter die Augen (das dann aber mit Festanstellung).
Auch auf den Stellenmärkten der rennomierten deutschen Tageszeitungen (z.B. Die Zeit) findet man nicht wirklich passende Angebote.
Ich gebe zu, der Euro fiel bei mir sehr langsam. Sehr, sehr langsam. Quasi in weniger als Centstücken: Nach einem dreiviertel Jahr der Stellensuche schrieb ich einfach Unternehmen an – ohne darauf zu achten, ob sie jemanden suchten oder nicht. Eine Antwort erhielt ich noch am gleichen Abend, eine weitere einen oder zwei Tage später. Den Rest kann man hier auf dem Blog nachlesen.
Mittlerweile denke ich über weitere Aspekte dieses Weges nach und werde ab der zweiten Maiwoche an Konzepten arbeiten.

Zwei Quellen gibt es dann aber doch noch, die ich gerne nennen möchte. Die Jobbörse des Hueber-Verlags und und das Forum Deutsch als Fremdsprache. Selbstverständlich findet man auf beiden Seiten mehr als bloß Stellenausschreibungen.

Einfach nur Aufträge zu haben, war mir aber nicht genug und so habe ich begonnen, mich „wertvoll“ zu machen. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Mehr demnächst.

Morgen ist Tag der Arbeit und ich darf mich unerwarteterweise (normalerweise bin ich auch samstags unterwegs) auf ein laaaaaanges Wochenende freuen. Wie phantastisch! 🙂
Habt alle einen wundervollen 1. Mai und ein erholsames Wochenende!! 🙂

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