Kuschelpädagogik

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Seit einigen Wochen darf ich in einem neuen Kurs unterrichten. Diesmal in einem Integrationskurs. Die TeilnehmerInnen sind nett, allerdings ist die Gruppe viel größer als in Privatkursen, was natürlich dem ganzen Lernprozess abträglich ist. – Aber ich will mich nicht beschweren: an Gruppengrößen von 30 oder mehr, wie es an staatlichen Schulen der Fall ist, reichen wir noch nicht heran.
Den Kurs habe ich von zwei Kolleginnen übernommen. Eine der Kolleginnen treffe ich immer noch im Lehrerzimmer und so erhalte ich selbstverständlich ein paar Einblicke – darin, wie sie den Unterricht sieht und gestaltet. Mittlerweile erschließen sich mir so einige Unwägbarkeiten, über die ich während meiner kurzen Zeit bereits gestolpert bin. Die Kollegin ist nett und freundlich, aber leider auch DER Inbegriff einer Müslilehrerin. Mit den Auswüchsen dessen darf ich mich nun „anfreunden“.
Der Kurs läuft bereits seit einigen Modulen und so hätte man ganz einfach verschiedene Arbeitsformen etc. einführen können. Man hätte auch Regeln des gemeinsamen Unterrichts festglegen können. Man hätte auf die Einhaltung dieser Regeln pochen können, um allen Beteiligten einen angenehmen Unterricht zu ermöglichen. Man hätte die TeilnehmerInnen zu selbstständig Lernenden ausbilden können.
Was anscheinend dagegen geschah:
Frontalunterricht und Einzelarbeit. – Es herrscht eine totale Unfähigkeit zur Partner- und Gruppenarbeit. Ganz zu schweigen davon, dass die TeilnehmerInnen nicht in der Lage sind, selbstständig zu arbeiten und einfachste Arbeitsaufträge zu verstehen. Arbeitsergebnisse festhalten scheint etwas zu sein, was es in diesem Kurs niemals gegeben hat.
Die TeilnehmerInnen dürfen reden wann sie wollen und wie sie wollen, Melderegeln gab es nicht, gemeinsame Gespräche, in denen einander zugehört und aufeinander eingegangen wird, sind fremd. Stattdessen: wildes Durcheinandergerede. De facto: drei bis fünf Einzelgespräche jeweils durch den ganzen Raum hinweg. Fragen werden immer sofort von fast allen TeilnehmerInnen beantwortet, sodass niemand mehr etwas verstehen kann.
Die TeilnehmerInnen wurden in eine Opferrolle hineinkatapultiert. Von selbstständigem Arbeiten keine Spur. Stattdessen: völlige Unbeholfenheit, keine Strategien zum Umgang mit Wissenslücken, Panik bei Nichtwissen. (Gedankenprotokoll zur Aussage der Kollegin: Die müssen jetzt alle nochmal schön an die Hand genommen und ein bisschen gehätschelt und getätschelt werden.)

Der Kurs befindet sich im letzten Modul, steht also kurz vor der Prüfung. Ich versuche so gut es geht wenigstens durchzusetzen, dass die TeilnehmerInnen sich melden, wenn sie etwas sagen möchten, doch ich scheitere kläglich. Ich habe den Kurs insgesamt 20 Unterrichtsstunden in der Woche…

Schulstart

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Die erste volle Schulwoche im neuen Schuljahr ist angebrochen und nun muss ich mir die ganzen Daten auch wieder merken… Ferien, Klausuren…
Der Unterricht an der Privatschule ist dem an staatlichen Schulen wenig unähnlich. – Inhaltlich sowieso schonmal nicht. – Und zwischenmenschlich erst recht nicht… 😉
Wenn Schüler austesten – egal, in welchem Alter, dann amüsiert mich das immer. Vor allem bei Erwachsenen. Bei Ihnen ist außerdem die Empörung über sooooooooooo viel Arbeit, die gaaaaaar nicht zu bewältigen ist und die es in anderen viiiieel anspruchsvolleren Zusammenhängen ja gar nicht gab noch viel amüsanter. Ich schätze, hätte man keine weiteren Anforderungen als die bloße Anwesenheit der SchülerInnen, dann wäre selbst das zu viel. Die Kultur des sich Beklagens ist ja nicht nur der Schule inhärent…
Selbstverständlich gibt es in den ersten Unterrichtsstunden noch viele Fragen, für die ich mir gerne Zeit nehme, denn Transparenz ist ja ein nicht zu unterschätzender Faktor – egal, in welchem Bereich… Zwei davon sind mir besonders im Gedächtnis geblieben:

Nr. 1:
SchülerIn: „Geben Sie auch pädagogische Noten?“
Frau Ella: „Können Sie das genauer ausführen?“
SchülerIn: „Bekomme ich eine schlechte Note, wenn Sie mich nicht mögen?“

Nr. 2:
SchülerIn: „Geben Sie auch Fünfen?“

Nun denn, auf ein erfolgreiches Schuljahr…

Ferien

Die Ferien sind so gut wie vorbei und ich hatte davon – so gut wie nichts. So manches Mal dachte ich seit Ferienbeginn: „Warum hast du bloß die Stelle aufgegeben. So schön wäre es doch jetzt, sechs Wochen die Sonne zu genießen, unbeschwert in den Urlaub zu fahren und einfach mal so richtig zu entspannen.“ Fast im gleichen Moment wusste ich aber auch immer wieder, weshalb es nun ist, wie es ist und dass es gut ist, wie es ist.
Im neuen Schuljahr starte ich einen neuen Versuch – diesmal an einer Privatschule im Bereich Erwachsenenbildung, denn, ohne Umschweife kann ich sagen: die Bezahlung ist um einiges besser als an Sprachschulen. Nichtsdestotrotz arbeite ich weiter als Sprachtrainerin und das Größte für mich: ich habe dann nur noch eine Vier-Tage-Woche. Ich freue mich wahnsinnig darauf! Nebenbei suche ich jedoch weiter nach einer Festanstellung im Bildungsbereich und sammle weiter mein Wissen zu einer Selbstständigkeit in Hinblick auf eine eigene Schule. So oder so: die Freiberuflichkeit als Hauptberuf soll sich ihrem Ende entgegenneigen.
Mittlerweile bin ich in unsere wunderschöne Landeshauptstadt gezogen und muss sagen: der Anpassungsprozess „vom Land in die Stadt“ ist sicher noch nicht abgeschlossen… Nach über einem halben Jahr Wohnungssuche bin ich jetzt aber mehr als froh, dass es vorbei ist.
Ich hoffe sehr, dass die Nachferienzeit weniger überladen ist als der Rest des bisherigen Jahres und dann wieder mehr Beiträge hier entstehen.

Allen, die es betrifft, wünsche ich wunderbare letzte Ferientage und einen großartigen Start in das neue Schuljahr!

So viel Sprache

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Frisch gestärkt aus dem Urlaub zurück, starte ich diese Woche etwas gemächlicher und freue mich darüber sehr. Nach den vielen, vielen Stunden der vergangenen Wochen ist das eine Wohltat. Und steht nicht auch der Sommer vor der Tür?
Fest vorgenommen hatte ich mir, weniger zu arbeiten. – In den letzten Jahren ist mir immer wieder aufgefallen, dass meine Wünsche wohl doch irgendwo Anklang finden, denn ich werde weniger arbeiten. Allerdings muss ich augenscheinlich daran arbeiten, meine Wünsche viel, viel konkreter zu formulieren: zehn Stunden weniger von über 50 sind irgendwie immer noch viel. – Heute wird also nochmal ein bisschen verhandelt. Lernen „Nein“ zu sagen, sollte ich wohl noch auf meine To-Do-Liste setzen…

Nichtsdestotrotz: Ich liebe was ich tue.
Allerdings gibt es da auch die kleine Schattenseite, von der ich wirklich, wirklich etwas genervt bin und ich bin sicher, der ein oder die andere DeutschlehrerIn kennt sich damit bestens aus: Ständig, wirklich ständig fallen mir Fehler in Texten auf: Rechtschreibung, Grammatik…
Wer weiß, vielleicht ergibt sich daraus ja etwas Neues. Momentan gehen die Pläne allerdings in eine etwas andere Richtung, die viel, viel Beratung braucht, die ich bis zum Jahresende in Anspruch nehmen werde. Der Schritt wäre wirklich groß, aber auch phantastisch und ich bin sehr gespannt, wie sich alles entwickelt, hin zu einer eigenen Schule. Nach und nach wird sich hier sicher mal ein Beitrag zu dem Thema finden, denn meine Planungszeit ist wirklich lang angelegt, sodass ich auch nichts überstürze und alles gut überlegt ist.
Solltet ihr Erfahrungen in dem Bereich haben, freue ich mich selbstverständlich über Erfahrungsberichte 🙂

Habt einen tollen Tag und eine wunderschöne restliche Woche!!

Stimmt ja gar nicht

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Da bin ich mal wieder. – Heute gesundheitlich angeschlagen und deswegen mit etwas Zeit zum Bloggen. Auch mal wieder schön – jedenfalls der zweite Teil.
Nachdem ich neulich darüber geschrieben habe, was man als freiberuflicheR LehrerIN braucht, ist mir aufgefallen, dass eine Sache, die ich angesprochen hatte, noch fehlte: Die Krankenversicherung. Da gab es nämlich gar keine Infos drüber, das stand da nur (wegen falscher Verknüpfungen in meinem Kopf).
Selbstverständlich braucht man eine Krankenversicherung. Auch, wenn man freiberuflich unterwegs ist. In meinem ganzen Leben habe ich die Krankenversicherung noch nicht angezweifelt und finde es unvorstellbar, keine zu haben.
Mir ist die gesetzliche Krankenversicherung sehr sympathisch, denn in ihr finde ich Ansätze einer Solidargemeinschaft wieder, die an anderen Stellen fehlen. Während meines Referendariats war ich kurzzeitig privat versichert und muss sagen, dass mir diese Form der Krankenversicherung nicht so gut gefällt. Aber hier muss jeder selbst entscheiden und ich denke, jedeR hat gute Gründe das eine oder das andere zu wählen.
Als SelbstständigeR / FreiberuflicheR hat man die Möglichkeit, zu wählen. Finanziell lohnt es sich ab einem bestimmten Einkommen wahrscheinlich in die private Versicherung zu wechseln.
Wählt man eine gesetzliche Krankenversicherung, muss man zunächst mal – wie an allen anderen Stationen auf dem Weg zur „Arbeit auf eigene Rechnung“ – alle Prognosen offenlegen. Generell wird per Gesetz quasi ein „Grundeinkommen“ für Selbstständige / Freiberufliche festgelegt. Es ist dann egal, ob man dieses Geld auch verdient, den zugehörigen Satz muss man zahlen. Das ist aber alles kein Drama. Es gibt die Möglichkeit, auch ein niedrigeres Einkommen festlegen zu lassen. Hierzu stellt man einen Antrag, in dem man alle Vermögenswerte angeben muss. Vordrucke dafür hält die Krankenkasse bereit. Übersteigen die Vermögenswerte einen bestimmten Betrag nicht (in 2015 sind das um die 11.000€), zahlt man einen niedrigeren Satz. Hier hilft es, sich direkt an die Krankenkasse zu wenden. Das ist alles ganz unkompliziert. Und schwuppdiwupps ist man versichert. 😉

Nichts für Ängstliche? pt II

Finanzamt, Renten- und Krankenversicherung sind also geklärt. – Das, was am wenigsten Spaß macht. 😉 (Die Nachwehen der Geburt meiner Steuererklärung lasten noch auf mir. – Nächstes Jahr wird die gant toll neudeutsch „outgesourced“.)

Während meiner Nebenbei-Freuberuflichkeit nach meinem Referendariat habe ich schnell gemerkt, dass mir diese Arbeit viel mehr Spaß macht als die an allgemeinbildenden Schulen. – Einen Vertretungsvertrag hatte ich damals nur angenommen unter der Voraussetzung, dass ich zwei Tage in der Woche freigestellt bin für meine Freiberuflichkeit.
Bis zu den Sommerferien 2014 hatte ich immer noch gehofft, nach den Sommerferien eine feste Stelle zu haben usw. Es war jedoch nichts in Sicht, weshalb ich mich im DaF-Bereich umsah und kurz davor war für unbestimmte Zeit ins Ausland zu gehen, um dort zu arbeiten – an einer Uni: Festvertrag geregelte Arbeits- und Urlaubszeiten. Ich wollte die Mail für die Annahme der Stelle gerade rausschicken, als ich das Angebot bekam, hier in Deutschland arbeiten zu können. Freiberuflich. Ziemlich viel. Ich habe lange darüber nachdenken müssen, Vor- und Nachteile abgewogen, alles immer wieder hin- und hergewendet und beide Entscheidungen haben sich für mich richtig angefühlt. Das sprichwörtliche Zünglein an der Waage war meine Familie. Schlicht und ergreifend. Und so habe ich es gewagt, habe den sicheren Job in den Wind geschlagen und mich in die Freiberuflichkeit gestürzt. Selbstverständlich gab es Zeiten, in denen ich dachte, ich habe mich falsch entschieden. Aber nicht etwa, weil ich einen sicheren Job wollte, sondern weil ich – nach wie vor – raus will.
Dann folgte die kurze Zwischenepisode der Verbeamtung, die im Nachhinein betrachtet gut war, denn sie hat mir noch einmal sehr deutlich gezeigt: DAS will ich auf keinen Fall. – Und so hatte sich das mit der Angst dann.

Wie kommt man nun aber überhaupt dahin, SprachtrainerIn zu sein?
Anfangs suchte ich nur auf den Seiten der JOBBÖRSE der Arbeitsagentur. Diese Quelle kann ich euch nicht empfehlen. Zunächst einmal sind viele, viele, viele der Angebote von „Personaldienstleistern“, was heißt, ihr werdet schlicht und ergreifend ausgebeutet. Darüberhinaus gibt es im Bereich des Sprachunterrichts entweder nur 450€-Jobangebote oder nichts. In der Zeit, in der ich suchte (ungefähr ein Jahr), kam mir nur ein fair erscheinendes Angebot unter die Augen (das dann aber mit Festanstellung).
Auch auf den Stellenmärkten der rennomierten deutschen Tageszeitungen (z.B. Die Zeit) findet man nicht wirklich passende Angebote.
Ich gebe zu, der Euro fiel bei mir sehr langsam. Sehr, sehr langsam. Quasi in weniger als Centstücken: Nach einem dreiviertel Jahr der Stellensuche schrieb ich einfach Unternehmen an – ohne darauf zu achten, ob sie jemanden suchten oder nicht. Eine Antwort erhielt ich noch am gleichen Abend, eine weitere einen oder zwei Tage später. Den Rest kann man hier auf dem Blog nachlesen.
Mittlerweile denke ich über weitere Aspekte dieses Weges nach und werde ab der zweiten Maiwoche an Konzepten arbeiten.

Zwei Quellen gibt es dann aber doch noch, die ich gerne nennen möchte. Die Jobbörse des Hueber-Verlags und und das Forum Deutsch als Fremdsprache. Selbstverständlich findet man auf beiden Seiten mehr als bloß Stellenausschreibungen.

Einfach nur Aufträge zu haben, war mir aber nicht genug und so habe ich begonnen, mich „wertvoll“ zu machen. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Mehr demnächst.

Morgen ist Tag der Arbeit und ich darf mich unerwarteterweise (normalerweise bin ich auch samstags unterwegs) auf ein laaaaaanges Wochenende freuen. Wie phantastisch! 🙂
Habt alle einen wundervollen 1. Mai und ein erholsames Wochenende!! 🙂

Nichts für Ängstliche?

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Inspiriert von einem Austausch hier auf dem Blog habe ich mich entschieden, einmal das ein oder andere aufzuschreiben, was die Freiberuflichkeit angeht und anfangen würde ich gerne mit dem Gedanken, Freiberuflichkeit sei nur etwas für risikofreudige Menschen.
Klar, in die Freiberuflichkeit zu springen hat nicht nur Vorteile. Der gravierenste Nachteil: keine regelmäßigen Gehaltszahlungen. Das kann ganz schön Angst machen. Und ich bin ängstlich, was so etwas angeht. Sogar sehr. – Bis vor kurzem hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich mal ohne festes Angestelltenverhältnis bin. Ich könnte jetzt davon schreiben, dass ich „einfach“ mein Denken geändert habe, immer an das Gute glaube und meine Zuversicht schier unermesslich ist. – Das ließe sogar Platz, für zahlreiche Motivationsartikel. ABER: So war es schlicht und ergreifend nicht.
Zum ersten Mal bin ich während meines Studiums in Kontakt mit der Freiberuflichkeit gekommen. Damals über eine Komilitonin, dir mir einen Auftraggeber weitergegeben hat. Das war alles nur in sehr kleinem Umfang.
Zuerst muss man sich – egal, wie raumgreifend die Freiberuflichkeit ist / sein soll – beim Finanzamt melden und dieses erteilt dann eine Steuernummer (nachdem man ein paar Fragebögen ausgefüllt hat…). Natürlich kannte sich in meinem Umfeld niemand mit so etwas aus und so rief ich kurzerhand einfach bei meinem zuständigen Amt an – und wurde sehr nett beraten. – Keine Sorge also, dort sitzen auch nur Menschen 😉 (Überhaupt waren alle meine Telefonate mit dem Finanzamt überaus freundlich!!)
Also: Schritt 1: Finanzamt informieren / Steuernummer beantragen
(Sofern es sich bei der Tätigkeit um ein selbstständiges Gewerbe handelt (und bei uns werden leider auch Fitnesstrainer in diese Sparte gedrückt!!)  ist eine Anmeldung beim zuständigen Gewerbeamt nötig – je nach Amt kostet das dann einen bestimmten Betrag. (Ein Gewerbe habt ihr, sobald ihr etwas mit Gewinnerzielungsabsicht macht, es sei denn, es handelt sich um einen freien Beruf. Hier kommt dann zusätzlich noch eine Zwangsmitgliedschaft in der IHK / Handwerkskammer hinzu.))
Neben dieser Freiberuflichkeit habe ich immer noch einen „normalen“ Minijob gehabt und irgendwann kam auch ein Stipendium hinzu.
Natürlich haben noch andere Institutionen Interesse daran, zu erfahren, was ihr so treibt. Zum Beispiel die Rentenversicherung. Nehmt ihr eine freiberufliche / selbstständige Tätigkeit auf, seid ihr verpflichtet, das der Rentenversicherung mitzuteilen, denn diese Versicherung ist eine Pflichtversicherung (wie die Krankenversicherung) und wird nur unter bestimmten Voraussetzungen erlassen. Tut ihr das nicht, drohen Strafzahlungen. Um sich zu melden, füllt man einfach das nötige Formular aus und wartet auf Antwort. – (Die Telefonate mit der Rentenversicherung sind erstaunlicherweise weniger freundlich als mit dem Finanzamt, aber dennoch, nach meiner Erfahrung, nicht unfreundlich.) Bei der Rentenversicherung müsst ihr euch auch melden, wenn ihr unter die Minijobgrenze (ihr verdient also nicht mehr als 450€ monatlich) fallt!!!
Schritt 2: Rentenversicherung informieren.
Nach meinem Studium habe ich sozialversicherungspflichtig an der Uni gearbeitet. Damit hatte ich genug zu tun und habe mich gar nicht nach weiteren Jobs umgesehen. Nach dem Referendariat hat sich das dann geändert.
Da nun gerade Besuch gekommen ist, war es das erstmal für heute. – Mittwoch mehr. 🙂

(Achtung: Ich bin keine juristisch ausgebildete Person. Ich schreibe hier lediglich von meinen Erfahrungen. Solltet ihr Ergänzungen haben: immer her damit!)

Pause

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Die Bahn streikt und ich habe unerwartet eine kleine „Verschnaufpause“, denn ich bin auf die Bahn angewiesen. Während der zwei Streiktage fahren meine Züge abends nur eingeschränkt und so musste ich ein paar Termine verschieben, sodass ich nun einen ganzen Nachmittag zu Hause bin. – Am Anfang frage ich mich oft, wenn so etwas passiert, was ich bloß mit der ganzen Zeit machen soll, doch meistens zeigt sich, dass diese Sorgen ganz unbegründet sind. Die Stunden fliegen dahin… Und das ist schön. Ich finde es sehr angenehm, mir die Zeit zu nehmen, um mich zu langweilen, einfach mal nichts zu tun – jedenfalls nichts mit einem bestimmten Ziel – und alles so zu nehmen, wie es sich ergibt. Das ist quasi wie ein kleiner Kurzurlaub. – Einfach herrlich! Danke, liebe Bahn! (An dieser Stelle kann ich ruhig anmerken, dass alle Streikenden meine volle Unterstützung haben!)
Und während ich heute Morgen noch in meinem Sprachkurs saß und es draußen ungemütlich kalt war, genieße ich nun meinen Nachmittag in der Sonne. – Glücklicher geht es doch eigentlich gar nicht. 🙂
Und ihr? Hat euch der Streik ebenfalls eine wundervolle Verschnaufpause gegönnt?

Dritte-Welt-Mütter

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Sprachunterricht macht Spaß – extrem viel Spaß. Sprachunterricht ist interessant, lehrreich, lustig, traurig, erschreckend, nervenaufreibend, erstaunlich, überraschend, macht nachdenklich oder entsetzt. Aber im Großen und Ganzen macht er einfach nur Spaß.

Diese Woche gab es gleich zwei Begebenheiten, die es in meine Liste der Besten geschafft haben. Und zwar zwei wundervolle Teilnehmerbemerkungen. Die erste stammt aus meinem Gruppenkurs. Sehr wichtig ist es mir, dass meine TeilnehmerInnen viel reden und versuchen, sich mit den Mitteln, die sie haben, auszudrücken. In einem Gespräch über für verschiedene Sportarten benötigte Dinge führte das zu folgendem Austausch:
TN 1: „Für Fußball braucht man nicht unbedingt ein Tor.“
Frau Ella: „… Naja… Eigentlich schon.“
TN 2: „Nein, nicht unbedingt. Das ist dann Dritte-Welt-Fußball.“
Frau Ella: „???“
TN 2: „Naja, unser Tor war früher aus zwei Steinen.“

Und dann, während eines Bewerbungstrainings:
Ich versuche deutlich zu machen, dass man keine Standardfloskeln benutzen sollte, wenn man sich bei einem Unternehmen bewirbt. Schon gar nicht, wenn es darum geht, warum man unbedingt zu diesem einen Arbeitgeber möchte. – Das ist schon in der Muttersprache nicht so leicht zu formulieren. Ich versuche also mit meinem Teilnehmer, herauszufinden, was besonders an dem Unternehmen ist. Und während dieser Unterhaltung ergibt sich das:
Frau Ella: „Warum möchten Sie genau dort arbeiten?“
TN: „Da habe ich keine schwierige Mutter.“Frau Ella: „Meinen Sie, dort haben Sie keine Schwiegermutter?“
TN: „Ach… das ist das Gleiche.“

platt

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Ich würde den Titel gerne groß schreiben und mich darüber freuen, dass ich nun auch endlich Dialekt spreche und diesen an Interessierte vermitteln darf. Aber beides trifft nicht zu. (Dennoch, Platt schnacken zu können wär schon zieeeeemlich genial.)
Nein, ich bin schlicht und ergreifend platt. Durch eine Misskommunikation dauern meine 50+Stunden-Wochen noch bis Ende des Monats an und ich merke, wie mich das erschöpft. So sehr, dass mein Gehirn sich manchmal in meinen Pausen abschaltet (natürlich nur im übertragenen Sinn… 😉 ) und ich entweder Reaktions-Sprachmüll produziere (was sehr zur allgemeinen Erheiterung beiträgt und somit eigentlich etwas sehr Positives hat) oder mich verstummen lässt, weil ich zwar sehe, dass mein Gegenüber mit mir spricht, ich aber die Dinge in meinem Kopf nicht so geordnet bekomme, dass ich antworten kann.
Was das Ganze so anstrengend macht? – Den Großteil der Stunden verbringe ich in einem 1:1-Training. Hier bin ich unablässig gefordert. Es ist eine wahre Wohltat, dann zwischendurch in meinem Gruppenkurs zu sein. Mittlerweile kann der nämlich einigermaßen gut sprechen und die TeilnehmerInnen können miteinander kommunizieren und zwar so gut, dass sie sich gegenseitig korrigieren und mittlerweile sogar ihre eigenen Fehler erkennen und diese selbstständig verbessern. Außerdem ergeben sich mittlerweile gute Gespräche, die die TeilnehmerInnen auch selbst gestalten, sodass ich die Rolle des Beobachters einnehmen kann. Die Zeit verfliegt dann förmlich.
Natürlich mag ich auch den Einzelunterricht, weil ich mich ganz auf eineN TeilnehmerIn einlassen kann, ich intensiver an verschiedenen Dingen arbeite und sich das Training individueller gestalten lässt. Dennoch freue ich mich darauf, wenn ich im kommenden Monat zehn Einheiten weniger unterrichte. – Aber vielleicht ist ja alles auch nur eine Sache der Gewöhnung? Anfangs hatte ich nach meinem Anfäner-Gruppenkurs jedes Mal Kopfschmerzen und musste mich oft hinlegen, weil es so anstrengend war… 😉